ï»ż . - Walchensee
     
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Walchensee ist Mitglied der ARGE Deutsche Alpenstraße
 
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Es muß von Anfang an bei Erbauung der Kolonie darauf RĂŒcksicht genommen werden, daß die HĂ€user auf den einzelnen GrundstĂŒcken möglichst eine solche Lage erhalten, daß sie sowohl selbst eine gute Aussicht haben, wie auch ihren Nachbarn nicht die Aussicht versperren. Aus diesem Grunde wird nach bestimmten GrundsĂ€tzen die Lage jedes Hauses festgestellt.
Die HĂ€user selbst mĂŒssen in einer Bauart und in einem Baustil aufgefĂŒhrt werden, weiche dem Gebirgscharakter vollkommen entspricht. Es ist dies einer der wesentlichen GrundsĂ€tze, weiche die Gesellschaft sich selbst bei ihrer Entstehung in ihrer Satzung gegeben hat. Sollte eine Einigung hierĂŒber nicht zwischen den Erbauern und der Verwaltung der Gesellschaft zu erzielen sein, so entscheidet diese Frage der dem Aufsichtsrat der Gesellschaft satzungsgemĂ€ĂŸ beigegebene Beirat.

Folgende besondere Bestimmungen sind hervorzuheben:
Die Straßen und Wege sind etwa 6 m breit, wozu noch auf jeder Seite 1/2 in Graben kommt. Die Fußwege werden etwa 3 m breit hergestellt. Der Zaun kann von den Anliegern von Straßenland an ihre Grenze gesetzt werden; sie mĂŒssen indessen auf behördliche Anordnung die Verpflichtung ĂŒbernehmen, auf Verlangen der Behörde im Bedarfsfalle mit dem Zaun 1 m von der Straße zurĂŒck zurĂŒcken, um den frei werdenden Streifen zur Verbreiterung der Straße frei abzutreten. Eine Verbreiterung der Straße erscheint indessen ausgeschlossen, da sie nur eintreten könnte, wenn der Verkehr auf den Straßen ein solcher wĂŒrde, daß eine Verbreiterung der Straße spĂ€ter einmal sich als notwendig herausstellen sollte. Da aber jede Vorbedingung fehlt, welche die Straße jemals zu "Verkehrsstraßen" im wirklichen Sinne machen könnte, so handelt es sich hier lediglich uni ErfĂŒllung einer der Gesellschaft und ihren KĂ€ufern von der Behörde auferlegten VerpflichtungserklĂ€rung.
Der Abstand der HĂ€user von der heutigen Straßengrenze muß, 4 m betragen, derjenige von der Nachbarsgrenze muß gleich der mittleren Höhe der GebĂ€ude vom Terrain bis zur Traufkante sein.

Den Entwurf und die AusfĂŒhrung von Bauten ist der Baumeister der Gesellschaft, Herr Hugo Tietz, Grunewald bei Berlin, Hagerstraße 31a, zu ĂŒbernehmen gern bereit und steht zugleich damit dafĂŒr ein, die EntwĂŒrfe nur so anzufertigen, daß Schwierigkeiten sich nicht ergeben.
Indessen stellt es den KĂ€ufern von Gesellschaftsland frei, auch andere Architekten mit dem Entwurf der PlĂ€ne usw. zu betrauen.Es empfiehlt sich sehr, zum grĂ¶ĂŸten Teil massive Bauten aufzufahren, weil die-
selben allein völlig wetterbestĂ€ndig sind und außerdem ihre Benutzung im Winter auch ohne weiteres möglich ist. Das Obergeschoß kann ganz oder teilweise in Fachwerk und Holz ausgefĂŒhrt werden. Auch sonst verdienen die massiven Bauten aus den verschiedensten GrĂŒnden, u. a. auch, weil sich in ihnen nicht, wie in Holzbauten, FeldmĂ€use und dergleichen mehr einnisten, den Vorzug.

WĂŒnscht indessen jemand einen Holzbau, so ist es richtig, diesen als massives Blockhaus, zu errichten. Trotzdem können die Galerien und Veranden leicht gehalten sein. Daß ein solcher Bau wesentlich billiger zu stehen kommt, als ein Steinbau, ist naturgemĂ€ĂŸ. Die Preise von Steinbauten werden je nach den WĂŒnschen der Besteller zwischen 18 und 35 000 M schwanken. Ein Holzbau kommt dagegen auf 10-20 000 M zu stehen.

Die Einfriedigung des erworbenen Landes muß möglichst bald nach der Übergabe erfolgen. Sie kann in der verschiedensten Form, z. B. als "Weidezaun", "Wildzaun", "Staket", erfolgen. Der Preis der EinzĂ€unung wird fĂŒr den laufenden Meter je nach AusfĂŒhrung sich auf 2,50-3,50 M stellen.

Es empfiehlt sich zugleich mit der Zaunanlage eine Hecke von jungen Tannen anzulegen, die in 4-5 Jahren emporwÀchst.
Die EntwĂ€sserung der HĂ€user erfolgt nach besonderem System, teils in fest gemauerten Sammelgruben, teils durch AbfĂŒhrung der ÜberwĂ€sser. Die Gesellschaft sorgt fĂŒr die Abfuhr der in die Sammelgruben gesenkten festen Stoffe. Die Kosten werden durch Umlage nach einer jĂ€hrlich zu veröffentlichenden Abrechnung eingezogen.

Es werden nur die tatsĂ€chlichen Kosten einschließlich Verzinsung, Amortisation und Verwaltung in Anrechnung gebracht, Dies System ist dazu bestimmt, die WĂ€sser derartig vorzureinigen, daß sie, von allen schĂ€dlichen Stoffen befreit, in die öffentlichen GewĂ€sser aufgenommen werden können, ohne diese zu trĂŒben oder zu verunreinigen.

Das neue bayrische Wassergesetz unterstĂŒtzt diesen Plan in jeder Weise. Der Walchensee wird alsdann nicht, wie so zahlreiche andere Gebirgsseen, durch Einschwemmung von FĂ€kalien oder sonstige TrĂŒbungen verunreinigt werden. Die Gesellschaft hat sich mit vollem Bewußtsein die Aufgabe gestellt, gerade in diesem Punkte den modernsten AnsprĂŒchen zu genĂŒgen, um das grĂ¶ĂŸte Kleinod der Kolonie, den Walchensee selbst, in dem heutigen herrlichen Zustand sich zu erhalten.

Beleuchtung
In kurzer Zeit wird die Kolonie elektrische Beleuchtung erhalten. Der Anschluß wird jedem Erwerber eines GrundstĂŒckes freigestellt gegen Zahlung der vertraglich festzusetzenden Verbrauchs- und JahresgebĂŒhr.
Über das Seebad ist schon oben Verschiedenes gesagt.' Es sei nur wiederholt, daß die BĂ€der der Gesellschaft und das Postbad allen AnsprĂŒchen genĂŒgen. Die Temperatur des Wassers ist eine verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig sehr hohe. Das Wasser ist stark jodhaltig und daher sehr bekömmlich.

Steuern und Abgaben
Die öffentlichen Lasten, welche einen Landhausbesitzer in Walchensee treffen sind folgende:
a) Die Haussteuern werden nach dem FlĂ€cheninhalt der ĂŒberbauten und zu frei raumflĂ€chen verwendeten GrundstĂŒcken berechnet. Hierbei wird vom Ar dieser FlĂ€che ein Ertrag von 5 M angenommen. Das Produkt der zu versteuernden Are mal 5 ergibt die sogenannte Haussteuer- VerhĂ€ltniszahl. Aus dieser SteuerverhĂ€ltniszahl berechnet sich die Steuer nach 3,85 M fĂŒr jede Einheit der VerhĂ€ltniszahl. Ist z. B, die ĂŒberbaute und zu Hofraum verwendete FlĂ€che 4 Ar groß, so betrĂ€gt die VerhĂ€ltniszahl 20 und die Haussteuer 77 Pf.
Als mindeste VerhÀltniszahl wurden gesetzlich 15 und als höchste 125 festgesetzt. Die mindeste
Haussteuer betrÀgt sonach 58 Pf, die höchste 4,81 M.
b) Auch die Grundsteuer ist sehr gering und betrÀgt nur einige Pfennige vom Ar.
c) Solange nicht der stÀndige Wohnsitz in Walchensee genommen wird, können Nichtbayern dort nicht zu Personalsteuern herangezogen werden.
d) Als Personal - Staatssteuern kommen in Bayern die Einkommensteuer und die Kapital - Rentensteuer in Betracht. Zur Einkommensteuer kann in Bayern ein Reichsangehöriger herangezogen werden, wenn er, ohne gleichzeitig in seinem Heimatsstaate einen Wohnsitz zu haben, in Bayern wohnt, oder, ohne anderswo im Reiche zu wohnen, sich in Bayern aufhĂ€lt, sofern nicht das Reichsgesetz vom 13. Mai 1870 ĂŒber die Beseitigung der Doppelbesteuerung entgegensieht. Nichtbayern, welche in Bayern ihren Wohnsitz haben, oder sich daselbst lĂ€nger als ein Jahr aufhalten, sind vormerkungsweise mit der Einkommensteuer zu veranlagen, damit die Umlagen fĂŒr die Gemeinde erhoben werden können, haben also Kreis-, Distrikts- und Gemeindeumlagen zu entrichten.
Die Kapital-Rentensteuer ist von solchen nichtbayrischen Reichsangehörigen zu erheben, welche in Bayern ihren Wohnsitz haben, oder sich daselbst dauernd (s. o.) aufhalten, insoweit nicht das Reichsgesetz ĂŒber die Beseitigung der Doppelbesteuerung entgegensieht.
Von diesen Staatssteuern erhebt, wie im vorletzten Absatz erwĂ€hnt, die Kreisgemeinde und die Distriktsgemeinde sowie die Gemeinde Kochel, zu welcher Walchensee gehört, bestimmte ZuschlĂ€ge. (Es sei nochmals bemerkt, daß diese Staats-, Distrikts-, Gemeindesteuern nur in den ausdrĂŒcklich angefijhrten FĂ€llen eintreten.)
Wann "stĂ€ndiger Wohnsitz" anzunehmen ist, bestimmt sich nach § 7 des BĂŒrgerlichen Gesetzbuches. e) Die Höhe der BetrĂ€ge zur staatlichen- Brandversicherungsanstalt richtet sich nach der Versicherungssumme und nach der FeuergefĂ€hrlichkeit der versicherten GebĂ€ude. Letztere ,vird nach der Batiart und nach den in Artikel 60 des Bayr. Brandversicherungsgesetzes aufgezĂ€hlten Merkmalen bestimmt.
Das Brandversicherungsgesetz kennt 4 Klassen der FeuergefÀhrlichkeit und erhebt in der 1. Klasse 1 0 Pf in der 3. Klasse 20 Pf vom Hundert der Versicherungssumme.
Die Heizung geschieht allgemein mit Holz, welches zu dem billigsten Preise direkt vom Königlichen Forstamt zu beziehen ist.
SĂ€mtliche Bauten liegen in weitem Wiesenland und sind von Wald und Bergen Der Garten. umrahmt. Ohne dem Geschmack des einzelnen, vorzugreifen, lĂ€ĂŸt sich im allgemeinen sagen daß, sofern es sich nicht um grĂ¶ĂŸere Komplexe handelt, es nicht ratsam ist, in den GĂ€rten die Natur im kleinen nachzuahmen. Es wird durchaus genĂŒgen, wenn der Rasen gut gepflegt wird, insbesondere ihm auch der nötige Dung zugefĂŒhrt wird, wenn ferner mit vorhandenen oder herbeigeschafften Steinblöcken und einzelnen BĂ€umen kleinere oder grĂ¶ĂŸere Gruppen gebildet werden und im ĂŒbrigen hinter dem Zaun eine lebende Hecke angepflanzt wird, die in fĂŒnf bis sechs Jahren den Zaun ersetzen kann.

Das Königliche Forstamt hat sich bereit erklĂ€rt, aus dem Wald einzelne BĂ€ume und sonstige Pflanzen abzugeben, auch sonst die Anpflanzungen nach KrĂ€ften zu unterstĂŒtzen. Die Anlage von GemĂŒsebeeten und die Anpflanzung von FruchtbĂ€umen kann erfolgen, doch wird der Bezug von GemĂŒsen und FrĂŒchten sich wohl regelmĂ€ĂŸig billiger stellen als die Kulturkosten. Die Gesellschaft hat einen G Ă€ r t n e r in ihren Dienst gestellt, weicher dauernd in Walchensee ansĂ€ssig ist. Ihm kann die Instandhaltung der GĂ€rten bezw. deren Instandsetzung im FrĂŒhjahr durch Vertrag mit der Gesellschaft ĂŒbertragen werden. Im ĂŒbrigen können durch ihn alle Arten von Pflanzen, geschulte BĂ€ume billigst bezogen werden. Bestellungen sind aber nur fĂŒr die Gesellschaft gĂŒltig, wenn sie schriftlich an sie gemacht werden.

Bewachung der HĂ€user
WĂ€hrend der Abwesenheit der EigentĂŒmer mĂŒssen die HĂ€user fest verschlossen werden. Es ist daher auf Sicherheit der FensterlĂ€den und der TĂŒren beim Bau besondere RĂŒcksicht zu nehmen. Dem GĂ€rtner hat die Gesellschaft z. Z. die Überwachung der HĂ€user ĂŒbertragen. Er ist angehalten, tĂ€glich eine Runde zu sĂ€mtlichen HĂ€usern zu machen und, sofern die EigentĂŒmer ihm den SchlĂŒssel anvertrauen, auch hĂ€ufig eine Revision des Innern vorzunehmen. SĂ€mtliche EigentĂŒmer, welche nicht ihre SchlĂŒssel dem WĂ€chter ĂŒbergeben wollen, mĂŒssen indessen ihren HausschlĂŒssel in einem versiegelten Paket in Walchensee an bestimmter Stelle niederlegen.

Feuersicherheit
Eine GewĂ€hrleistung fĂŒr die Sicherheit der HĂ€user kann natĂŒrlich von der Gesellschaft nicht ĂŒbernommen werden. Durch die Herstellung der Hochquelleitung, welche einen Druck von etwa 7 AtmosphĂ€ren besitzt, wird das Löschen und UnterdrĂŒcken von Schadenfeuer wesentlich erleichtert werden. In erster Linie ist natĂŒrlich alles zu tun, was zur VerhĂŒtung von Schadenfeuer Anlaß geben kann. Schornsteine und Rauchrohre sind sicher und aus bestem Material zu bauen. Eiserne Rohre mĂŒssen von Holzteilen mindestens 80 cm entfernt sein oder die Holzteile mĂŒssen mit Eisenblech beschlagen werden. Die elektrischen Leitungen mĂŒssen genau den Verbandsvorschriften entsprechend hergestellt werden. Die Gesellschaft behĂ€lt sich das Recht vor, alle Anlagen durch SachverstĂ€ndige auf ihre Feuersicherheit jederzeit zu kontrollieren. Das Gleiche gilt von der Blitzableiteranlage, mit welcher ein jedes Haus versehen sein muß.
Je zwei oder drei HĂ€user - hier ist die LĂ€nge der Straßenfront maßgebend - haben sich im Anschluß an die Wasserleitung einen Feuerhydranten aufzustellen und einen Feuerschlauch an leicht zugĂ€nglicher Stelle bereit zu halten, Außerdem muß in jedem Stockwerk eines jeden Hauses ein von der Gesellschaft genehmigter Feuerlöschapparat an sichtbarer Stelle zum sofortigen Gebrauch zugĂ€nglich gehalten werden. In jedem Stockwerk ist ferner ein Schraubhahn zum Befestigen eines kleineren Löschschlauches an die Wasserleitung anzubringen und daneben ein fĂŒr die betreffenden RĂ€ume
Entsprechend langer Schlauch bereit zu halten. Die Gesellschaft kann das Vorhandensein und den Zustand dieser Apparate kontrollieren. In jedem oberen Stockwerk ist ferner eine Strickleiter, welche bis zum Boden reicht, oder dergl. zum sofortigen Gebrauch an leicht zugÀnglicher Stelle anzubringen.
Im ĂŒbrigen gewĂ€hrt der Umstand, daß eine geschlossene Bebauung ausgeschlossen ist und sĂ€mtliche HĂ€user sich in weiten AbstĂ€nden voneinander befinden, eine weitere Sicherheit in FeuersfĂ€llen. Die Feuerversicherung der GebĂ€ude erfolgt gemĂ€ĂŸ den oben unter "Steuern und Abgaben" unter e) angefĂŒhrten SĂ€tzen. Die Gesellschaft ist gern bereit, geeignete Gesellschaften zur Versicherung des Mobillars und eventuell L)bernahme einer Versicherung gegen Einbruchsdiebstahl nachzuweisen.
Walchensee-Höhenkur- u. Eigenbau-Gesellschaft ni. b. H.





     
     
 
 
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